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Teneriffa – Tag 11

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Teneriffa_120

Der Urlaub scheint langsam zu wirken, vielleicht habe ich auch einmal wieder einen Anfall von preseniler Bettflucht. Jedenfalls wurde ich um sechs Uhr wach und ich fühlte mich ausgeschlafen. Ein schönes Gefühl! Ich bin dann leise aufgestanden, habe mir einen Kaffee aufgesetzt und mich auf die Terrasse begeben, es war noch dunkel, und die Ruhe genossen. Um kurz vor sieben schlurften die ersten Plantagenarbeiter vorbei und guckten doch etwas irritiert. Das so früh schon jemand auf ist, scheint eher nicht normal zu sein 😉 .

Meine liebe Frau ist dann auch relativ früh wach geworden, so dass schon um halb zehn zu einer weiteren Tour in den Norden aufbrachen. Als wir dann auf der Autobahn waren und das erste Schild nach Vilaflor sahen, haben wir uns gefragt, ob wir nicht doch noch einmal die Mondlandschaft versuchen sollten. Die Aufgabe vom letzten Mal saß doch irgendwie wie ein kleiner Stachel. Also, gesagt getan, ab nach Vilaflor.

Im Rother Wanderführer ist diese Tour beschrieben mit: „Zu den märchenhaften Minaretten und Türmen der Mondlandschaft“ und weiter „Die Mondlandschaft zählt zu den größten Naturwundern der Insel … eine richtige Märchenlandschaft“. Laut Rother braucht man für diese Wanderung 4,20 Stunden und die Anforderungen sind „Leichte Wanderung“.

Soweit die Theorie.

Eigentlich stimmen die Angaben im Rother immer recht genau mit den tatsächlichen Aufwänden überein, aber um es vorweg zu sagen, wir haben für diese Tour 6 Stunden netto gebraucht! Es ist bisher einmal auf La Palma passiert, dass eine als Spaziergang titulierte Wanderung nur bedingt mit der Wirklichkeit übereinstimme. So jetzt aber auch in diesem Fall:
Der erste Aufstieg über einen Geröll-Camino ging über 1,5 Stunden ziemlich steil Bergan. Dann folgte eine halbwegs flache Passage um dann wieder steil Bergauf zu gehen. Das dann auch in einer für mich wenig reizvollen Landschaft. Unterwegs trafen wir auf ein Pärchen, das genau so schnell –oder langsam- war wie wir. Wenn man meinte, es kann nicht weiter Bergauf gehen, gab es noch eine Steigung und dann noch eine. Es war heiß und es wehte so gut wie kein Wind.

Paisaje Lunar

Wir haben dann tatsächlich nach vier! Stunden reiner Gehzeit die Mondlandschaft erreicht. Das heißt die Aussichtsplattform auf der anderen Schluchtseite. Weil die Paisaje Lunar nämlich nicht betreten werden dürfen! Das ist ja auch aus Naturschutzgründen Okay. Aber es war doch sehr enttäuschend das eigentliche Ziel dieser Wanderung zu sehen.
Es lohnt sich absolut nicht! Beim Wandern soll ja eigentlich der Weg das Ziel sein aber weder der Weg ist schön, noch ist die Landschaft reizvoll. Ich würde jedem von dieser Tour abraten. Es reicht, diese Wanderung nur bis zur „kleinen“ Mondlandschaft zu machen, die etwa eine Stunde vorher zu sehen ist und dann umzukehren.

Leider haben wir das Pärchen nicht wieder getroffen. Wir hätten sie gern gefragt, wie sie diese Wanderung fanden. Zwischendurch sind wir auch noch auf eine Familie gestoßen, die mit drei kleinen Kindern und dem Rother in der Hand diese Tour gemacht haben, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie das Ziel nicht erreicht und aufgegeben haben.
Leicht ist diese Wanderung keineswegs und der Tenor der Rother-Beschreibung „..ist fast nur ein Spaziergang …“ grenzt da schon fast an Körperverletzung. Mich hat diese Tour schon ziemlich geschafft und teilweise an meine körperlichen Grenzen gebracht.

Alle Fotos dieser Wanderung gibt es wie immer hier

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